Wurmkiste zu nass?
Frank Wasse ·
Meine Wurmkiste ist zu nass – Was kann ich tun?
Es kommt häufig vor, dass eine Wurmkiste zu feucht wird. Da ich dieses Problem selbst kürzlich wieder erlebt habe und in letzter Zeit vermehrt Fragen dazu erhalte, scheint nun der richtige Zeitpunkt für einen ausführlichen Artikel zu sein.
Meine Wurmkiste ist zu nass – Was tun?
Diese Frage erhalte ich regelmäßig per E-Mail. Da es oft schwierig ist, die Ursache aus der Ferne zu bestimmen, lautet meine erste Frage meistens:
Steht die Wurmkiste im Freien?
Wenn die Wurmkiste draußen steht, kann ein kräftiger Regenschauer den Inhalt erheblich durchnässen. Schon ein geschützter Standort unter einem Dach kann einen großen Unterschied machen. Dennoch kann eine Wurmkiste auch dann noch zu feucht werden.
Auffangbehälter leeren
Manchmal wird vergessen, den Auffangbehälter für das Wurmsickerwasser regelmäßig zu entleeren. Dadurch sammelt sich Flüssigkeit an und kommt mit dem Wurmhumus in der untersten Ebene in Kontakt.
Wurmhumus nimmt Feuchtigkeit sehr gut auf, sodass die unterste Ebene dauerhaft nass bleiben kann.
Es empfiehlt sich daher, den Auffangbehälter regelmäßig zu leeren. Die gesammelte Flüssigkeit sollte möglichst frisch verwendet werden. Außerdem verhindert dies, dass Würmer darin ertrinken (dies lässt sich zusätzlich durch ein Filtertuch vermeiden). Verendete Würmer können dazu führen, dass die Flüssigkeit unangenehm riecht.
Fließt keine Flüssigkeit mehr aus dem Hahn, kann es sein, dass sich Würmer oder andere Materialien im Auslauf versteckt haben und diesen blockieren.
Verstopfter Auffangbereich
Es kann vorkommen, dass der Boden der Wurmkiste oder der Auffangbereich verstopft.
Oft wird empfohlen, beim Einrichten der Wurmkiste eine Schicht Karton auf den Boden zu legen. Davon raten wir jedoch ab. Nicht weil Karton schlecht für die Würmer wäre – sie fressen Papier und Karton sehr gerne –, sondern weil größere Mengen Karton eine Art Pappmaché bilden können. Dadurch wird der Ablauf blockiert und die Flüssigkeit gelangt nicht mehr in den Auffangbehälter.
Ist die Wurmkiste sehr feucht, obwohl kein Wurmtee abgelassen werden kann, könnte der Hahn verstopft oder der Auffangbereich blockiert sein.
Was bekommen die Würmer zu fressen?
Die Nahrung der Würmer hat großen Einfluss auf die Qualität und Struktur des Wurmhumus.
Sehr feuchter und klebriger Wurmhumus entsteht häufig durch eine einseitige Fütterung. Die beste Wurmerde entsteht durch eine ausgewogene Mischung aus:
- Grünen Materialien (stickstoffreich)
- Braunen Materialien (kohlenstoffreich)
Viele Menschen füttern ihre Würmer überwiegend mit stickstoffreichen Materialien wie:
- Salat
- Gurken
- Kaffeesatz
- Obst
- Gemüseabfällen
Diese Materialien enthalten viel Wasser und werden schnell zersetzt. Das Ergebnis ist oft ein feuchter, schwerer und klebriger Wurmhumus.
Mehr kohlenstoffreiche Materialien zuführen
Füttern Sie zusätzlich mehr kohlenstoffreiche Materialien wie:
- Papier
- Karton
- Kleine Zweige
- Trockene Blätter
- Verholzte oder abgestorbene Pflanzenteile
- Spezielles Wurmfutter oder Wurmsubstrat
Dadurch wird die Struktur luftiger und überschüssige Feuchtigkeit besser aufgenommen.
Karton hinzufügen
Karton hat mehrere Vorteile:
- Er nimmt überschüssige Feuchtigkeit auf.
- Er verbessert die Belüftung des Materials.
- Er dient als Nahrung für die Würmer, da er Zellulose enthält.
Zellulose ist ein Hauptbestandteil pflanzlicher Zellwände und das am häufigsten vorkommende natürliche Biopolymer der Erde.
Deckel der Wurmkiste entfernen
Eine weitere hilfreiche Maßnahme ist, tagsüber den Deckel der Wurmkiste abzunehmen. So kann überschüssige Feuchtigkeit leichter verdunsten.
Vergessen Sie jedoch nicht, den Deckel am Abend wieder aufzusetzen. Bei Dunkelheit können die Würmer sonst in großer Zahl aus der Kiste auswandern.
Grobes Material füttern
Je feiner die Nahrung zerkleinert wird, desto größer ist die Gefahr, dass die Wurmkiste „verschlammt“ oder sich verdichtet.
Wer Küchenabfälle regelmäßig im Mixer verarbeitet, ermöglicht den Würmern zwar eine schnelle Verarbeitung, doch die feine Struktur kann dazu führen, dass:
- das Material zu dicht zusammenliegt,
- Wasser schlechter abläuft,
- zu wenig Sauerstoff vorhanden ist.
Dies kann ebenfalls eine Ursache für unangenehme Gerüche in der Wurmkiste sein.
Wenn nichts hilft
Leider reichen diese Maßnahmen nicht immer aus und die Wurmkiste kann weiterhin zu feucht bleiben.
In diesem Fall kann es sinnvoll sein, die unteren Ebenen zu ernten. Sobald eine Ebene überwiegend aus dunklem, fertigem Wurmhumus besteht, kann dieser bereits entnommen werden.
Der Nachteil ist, dass sich noch viele Würmer darin befinden können. In den meisten Fällen verbleiben jedoch ausreichend Würmer in den übrigen Ebenen der Wurmkiste, sodass nicht alle Würmer aussortiert werden müssen.
Haben Sie weitere Tipps oder Fragen?
Haben Sie eigene Erfahrungen mit einer zu feuchten Wurmkiste oder weitere Tipps zur Feuchtigkeitsregulierung? Hinterlassen Sie gerne einen Kommentar oder nehmen Sie Kontakt mit uns auf.